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Greencelium

Glossar CSR und Regeneration

154 Begriffe aus CSR, Klima, Natur, Arbeit und Berichterstattung, in wenigen Sätzen erklärt und mit einer Referenzquelle verknüpft.

A

Agrarökologie Biodiversität

Ansatz, der ökologische Prinzipien auf die Gestaltung und Bewirtschaftung von Agrar- und Ernährungssystemen anwendet und dabei die Wechselwirkungen zwischen Pflanzen, Tieren, Böden und Menschen nutzt. Die FAO beschreibt sie anhand von zehn Elementen (Vielfalt, Synergien, Recycling, Resilienz, Effizienz, verantwortungsvolle Governance u. a.); sie ist zugleich Wissenschaft, Praxis und soziale Bewegung.

Siehe auch: Regenerative Landwirtschaft

Quelle

Agroforstwirtschaft Biodiversität

Landnutzungssystem, das auf derselben Fläche Bäume oder Hecken mit Ackerkulturen oder Tierhaltung kombiniert. Die Bäume tragen zu Bodenschutz, Kohlenstoffspeicherung, Wasserregulierung, Lebensräumen für die Biodiversität und zur Diversifizierung der landwirtschaftlichen Einkommen bei.

Siehe auch: Feldhecke

Quelle

B

Bäuerliches Saatgut Biodiversität

Von Landwirten auf ihren eigenen Feldern ausgelesenes, vermehrtes und erhaltenes Saatgut, häufig aus heterogenen, sich weiterentwickelnden Populationssorten, die in der Regel nicht im amtlichen Sortenkatalog eingetragen sind. Es trägt zur Kulturpflanzenvielfalt und zur lokalen Anpassung der Kulturen bei; Tausch und Vermarktung unterliegen weiterhin dem Saatgutrecht.

Siehe auch: Agrarökologie

Quelle

Biodiversität Biodiversität

Variabilität unter lebenden Organismen jeglicher Herkunft und der ökologischen Komplexe, zu denen sie gehören, gemäß dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt (1992). Sie umfasst drei Ebenen – genetische Vielfalt innerhalb der Arten, Vielfalt zwischen den Arten und Vielfalt der Ökosysteme – sowie deren Wechselwirkungen.

Siehe auch: Biodiversitätsverlust

Quelle

Biodiversitätsverlust Biodiversität

Rückgang der biologischen Vielfalt auf allen Ebenen: Aussterben von Arten, Zusammenbruch von Populationen, Verlust genetischer Vielfalt und Verschlechterung von Ökosystemen. Der IPBES (2019) schätzt, dass rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind, und nennt fünf direkte Treiber: Land- und Meeresnutzungsänderung, direkte Ausbeutung von Organismen, Klimawandel, Verschmutzung und invasive gebietsfremde Arten.

Siehe auch: IPBES (Weltbiodiversitätsrat)

Quelle

F

Feldhecke Biodiversität

Reihe aus Bäumen, Sträuchern und Krautvegetation, oft auf einem Wall oder entlang eines Grabens, die die Heckenlandschaft (Bocage) prägt. Sie beherbergt eine reiche Biodiversität, begrenzt Erosion und Oberflächenabfluss, speichert Kohlenstoff und schützt Kulturen und Vieh. Der französische Hecken-Pakt (2023) strebt bis 2030 einen Nettozuwachs von 50 000 km Hecken an.

Siehe auch: Agroforstwirtschaft

Quelle

I

Invasive gebietsfremde Arten Biodiversität

Vom Menschen absichtlich oder unabsichtlich außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets eingebrachte Arten, deren Ansiedlung und Ausbreitung Ökosysteme, Lebensräume oder heimische Arten gefährden, mit wirtschaftlichen und gesundheitlichen Folgen. Die Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 legt eine Liste unionsweit bedeutsamer Arten fest, für die Handels-, Haltungs- und Freisetzungsverbote gelten.

Siehe auch: Biodiversitätsverlust

Quelle

IPBES (Weltbiodiversitätsrat) Biodiversität

Zwischenstaatliches Gremium, 2012 gegründet und oft als „Weltbiodiversitätsrat“ bezeichnet, das den Wissensstand über Biodiversität und die Beiträge der Natur für den Menschen bewertet, um politische Entscheidungen zu unterstützen. Sein Globales Assessment von 2019 und seine Themenberichte (Bestäuber, nachhaltige Nutzung wildlebender Arten, invasive gebietsfremde Arten, Nexus u. a.) gelten als Referenz.

Siehe auch: Biodiversitätsverlust

Quelle

L

Lebendiger Boden Biodiversität

Boden, verstanden als Ökosystem, das einen großen Teil der terrestrischen Biodiversität beherbergt (Bakterien, Pilze, Regenwürmer u. a.) und dessen Aktivität Fruchtbarkeit, Struktur, Versickerung und Speicherung von Wasser, Nährstoffkreislauf und Kohlenstoffbindung gewährleistet. Die Richtlinie (EU) 2025/2360 zur Bodenüberwachung und -resilienz strebt bis 2050 gesunde Böden in der Union an.

Siehe auch: Regenerative Landwirtschaft

Quelle

N

Naturbasierte Lösungen Biodiversität

Maßnahmen, die Ökosysteme schützen, wiederherstellen oder nachhaltig bewirtschaften (Hecken, Feuchtgebiete, Auwälder, lebendige Böden), um gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen und zugleich der Biodiversität zu nutzen.

Quelle

Naturkapital Biodiversität

Bestand an erneuerbaren und nicht erneuerbaren natürlichen Ressourcen (Pflanzen, Tiere, Luft, Wasser, Böden, Mineralien), der einen Fluss von Gütern und Leistungen für den Menschen hervorbringt. Das Natural Capital Protocol (2016) bietet Organisationen einen Rahmen, um ihre Auswirkungen auf dieses Kapital und ihre Abhängigkeiten davon zu identifizieren, zu messen und zu bewerten.

Siehe auch: Ökosystemleistungen

Quelle

O

Ökologische Vernetzung (grünes und blaues Netz) Biodiversität

Netz aus Biodiversitätskernflächen und ökologischen Korridoren an Land (grünes Netz) und im Wasser (blaues Netz), das Arten Wanderung, Fortpflanzung und Anpassung ermöglicht. In Frankreich durch die Grenelle-Gesetze (2009–2010) eingeführt, wird die „trame verte et bleue“ in regionalen Planungen und Bauleitplänen umgesetzt.

Siehe auch: Feldhecke

Quelle

Ökosystemleistungen Biodiversität

Nutzen, den der Mensch aus dem Funktionieren von Ökosystemen zieht, vom Millennium Ecosystem Assessment (2005) eingeteilt in Versorgungsleistungen (Nahrung, Wasser, Holz), Regulierungsleistungen (Klima, Hochwasser, Bestäubung), kulturelle und unterstützende Leistungen. Der IPBES spricht inzwischen von „Beiträgen der Natur für den Menschen“; in Frankreich bewertet sie das Programm EFESE.

Siehe auch: Naturkapital

Quelle

R

Regenerative Landwirtschaft Biodiversität

Gesamtheit landwirtschaftlicher Praktiken, die Bodengesundheit, Biodiversität und Wasserkreislauf wiederherstellen sollen, statt deren Verschlechterung nur zu begrenzen: ständige Bodenbedeckung, reduzierte Bodenbearbeitung, vielfältige Fruchtfolgen, Integration der Tierhaltung. Der Begriff ist weder gesetzlich definiert noch einheitlich normiert; entsprechende Aussagen sollten auf gemessenen Ergebnissen beruhen.

Siehe auch: Lebendiger Boden

Quelle

Regeneratives Unternehmen Biodiversität

Unternehmen, das sich nicht darauf beschränkt, seine Auswirkungen zu verringern, sondern zur Wiederherstellung der Ökosysteme und des sozialen Gefüges beiträgt, von denen es abhängt. Die AFNOR Spec 2315 formuliert Grundsätze für eine regenerative Wirtschaft.

Quelle

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